Michael Dörr

 

 

Michael Dörr

 

Michael Dörr lebt in Mainz und war Teilnehmer der Fototage Wiesbaden 2017

Michael Dörr:

„Der Liedtext „Die großen weißen Vögel“ von Peer Raben bildet die Grundlage der vorliegenden Arbeit. Das fotografische Ausloten des Textes ermöglichte mir ein Spiel mit den Metaphern „Meer“ und „Matrosen“. Sowohl Meer als auch Matrosen stehen für mich für die Sehnsucht. Sehnsucht nach dem Fremden in jeglicher Hinsicht. Die Flügel der “großen weißen Vögel” (gemeint sind hier Möwen) sind “die Seelen der Matrosen” – so Peer Raben. Neben dem Liedtext hatte auch Genets bzw. Fassbinders „Querelle“ Einfluss auf die Serie.
Die Fotografien wurden ausschließlich analog erstellt. Zur Auswahl der Motive gehört für mich gleichermaßen die Auswahl des verwendeten Filmmaterials: Farb- und Schwarzweißfilme kamen ebenso zum Einsatz wie Polaroid-Filme. Überlagerte Filme geben den Fotografien nochmals eine eigene Anmutung, die – richtig eingesetzt – die intendierte Aussage unterstützt. Das Projekt “Die großen weißen Vögel” fotografierte ich überwiegend mit der chinesischen “Seagull” (Nachbau der Rolleiflex) und der weißrussische “Cajka” – beides bedeutet übersetzt “Möwe”. Die verwendete Technik sollte eigentlich keine Rolle spielen in der Umsetzung der Fotografie. Für mich gehört es allerdings dazu, die Wahl des Materials und der passenden Kamera in die ästhetische Entscheidung mit einfließen zu lassen.“

Michael Dörr bezieht sich auf folgende, von ihm ausgewählte Textzeilen – in der Interpretation der Chanteuse Georgette Dee

DIE GROSSEN WEISSEN VÖGEL

„Seht ihr die weißen Möwen dort,
sie fliegen weit vom Ufer fort
im Meerestosen.
Sie formen Schreie und erzählen:
Unsre Flügel sind die Seelen
Der Matrosen.“